Vom Junkie zum Visionär

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Thomas Feurer (45) erlebte eine schwierige Kindheit, war Model, Breakdance Vize-Europameister, Hotelmanager und landete «auf der Gasse». Er spricht offen über Vergangenes, seine neue Hoffnung und einen Auftrag, dem er leidenschaftlich nachgeht.

Da sein Vater schwerer Alkoholiker war, wuchs Thomas Feurer mit Mutter und Bruder in einfachen Verhältnissen auf. Vom Babysitter sei er jahrelang missbraucht worden. Das hinterliess Spuren, er begann Drogen zu konsumieren. «Als Mann gehst du ja nicht einfach in Therapie! Alle Leute sagten ‚kiff doch mal, Drogen sind ja nur Pflanzen, Natur und cool!’» Gegen Ende der Schulzeit konsumierte er bereits Heroin.

Seelischen Schmerz verdrängt

Da Thomas auf seiner Suche nach Gott keine Antwort bekam, versuchte er es mit dem Teufel; plötzlich klappte alles. Er verdiente gutes Geld als Model, leitete ein Hotel, war beliebt und ein Partylöwe, aber ständig unter Drogen; bloss merkte das keiner. Seinen seelischen Schmerz konnte er so verdrängen, Freude konnte er aber auch nicht empfinden: «Das ist brutal, Erfolg ohne Freude! Unterdessen bin ich 13 Jahre verheiratet, meine Frau sah mich noch nie weinen, geht nicht!» berichtete er über eine Folge jahrelangen Missbrauchs und Drogen. Knochenbrüche, Schmerzen und Unmengen Titan im Körper sind weitere Folgen.

Neues Leben dank Jesus

14 Jahre lebte der zweifache Vater tief im Drogensumpf, im Platzspitz und auf der Gasse, nahm alle Arten von Drogen, gab sich 30 Spritzen oder mehr pro Tag, war ständig auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Er betrog Leute und landete mehrmals im Gefängnis. Seine Mutter bat einen Polizisten, «ihm das Leben zur Hölle zu machen». Dieser «nahm sich seiner gründlich an» und begann Feurers Gewohnheiten zu stören. Da steckte Gott dahinter, ist Thomas Feurer heute überzeugt. «Am Bahnhof fiel ich voll auf das Gesicht und wachte im Spital wieder auf.»

Sein Bruder besuchte ihn und berichtete, Mutter liesse sich taufen. Sie entschieden sich, ihr diese Taufe gründlich zu «versauen». Während er selber bei der Taufe den
Helden markierte, redete sein Bruder aber stundenlang mit dem Pfarrer! Thomas verstand die Welt nicht mehr. Mehr noch, sein Bruder wurde auch fromm. Da begann er selber die Bibel zu lesen. Die Stelle im Buch der Offenbarung, Kapitel 3, Vers 20 «Siehe ich stehe an der Tür und klopfe an…» sowie Verse aus dem Römerbrief über die «Rechtfertigung vor Gott allein aus dem Glauben» hauten ihn um.

«Gott reisst auch Drähte
durch, Jesus tat das,
und das ist auch mein
Auftrag.»

«Seit diesem Tag rührte ich keine Droge mehr an und erlebte fortan unglaubliche Dinge», so Feurer. Er bekam die Diagnose Hepatitis C; drei Monate später waren die Antikörper verschwunden. Er sah auf dem Personalboard einer Firma das Foto einer Frau und wusste: «Das ist meine Zukünftige.» Tatsächlich wurde sie seine Frau. Dann träumte Thomas von Stacheldrähten und einer Hand, die sie durchreisst. Da wusste er: «Gott reisst Drähte durch, Jesus tat das, und das ist auch mein Auftrag.»

Gründung Drogenarbeit

Thomas Feurer begann sich in St. Gallen für Süchtige und Randständige einzusetzen. «Vielen Christen fehlt das Herz für Suchtkranke», bedauert er. Dabei würden die Betroffenen immer jünger. Der gelernte Verkäufer und Psychologe ist Gründer vom Verein «Endlesslife». Unterdessen sind versierte Mitarbeiter und Dutzende freiwillige Helfer mit an Bord. Suchtberatung, Prävention, Krisenhilfe, Begleitung, Ausstiegsplanung und therapeutische Seelsorge werden angeboten.

Getragen wird der Verein durch Mitgliederbeiträge und Spenden. Neben Notschlafestellen gibt es Selbsthilfegruppen oder Angehörigentreffen. Jeder und jede ist willkommen, etwas beizutragen, etwa eine Nachtwache zu übernehmen. «Wohin würde Jesus zuerst gehen, wenn er zurückkommt, vielleicht zu den Leuten auf der Strasse?», fragt Thomas Feurer abschliessend und fügt dann an: «Immerhin hat er seinen Jüngern doch die Füsse gewaschen.» (rf.)

Thomas Feurer weiss aus eigener Erfahrung was es heisst, auf der Strasse zu leben und drogenabhängig zu sein. Er geht heute offen auf Suchtkranke in St. Gallen zu und bietet ihnen Hilfe an. Dazu hat er den Verein «Endlesslife» gegründet.

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