Von Frutigen anch Manila: Ausreisen, anpacken, beschenkt werden

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Sie haben freiwillig ihr gemütliches Heim in Frutigen aufgegeben, um sich dem Leid anderer anzunehmen: Seit neun Jahren engagieren sich David und Jeannine Specht zusammen mit ihren Töchtern Lena und Jael in den Slums der philippinischen Hauptstadt Manila.

Die beiden Orte könnten unterschiedlicher nicht sein: Frutigen hat gut 7’000 Einwohner, die Metropolregion Manila über 24,5 Millionen. Ein Schweizer verdient rund 6’500 Franken monatlich, ein Filipino nur gerade 250 Franken.

Grossfamilie mit 23 ehemaligen Strassenkindern

Wenn David und Jeannine Specht von ihrem Zuhause inmitten einer der grössten Städte weltweit erzählen, kommen sie aber dennoch ins Schwärmen. Im sogenannten Father’s House leben sie zusammen als Grossfamilie mit 23 ehemaligen Strassenkindern, die vorher teils drogenabhängig waren.

Zum Heim-Alltag gehören auch immer wiederkehrende Besuche in den örtlichen Slums. «Die Not ist riesig. Leider haben wir nicht die Möglichkeit, alle Kinder mitzunehmen und ihnen zu helfen. Aus diesem Grund bringen wir ihnen die frohe Botschaft der Bibel. Sie bringt neue Hoffnung und unterstützt Betroffene mitten im Leid ihres Alltags», erzählt Jeannine Specht.

Einzige Voraussetzung: Bereitschaft, alles aufzugeben

Den mutigen Schritt hinaus aus der Komfortzone bereut die Familie keineswegs. «Man muss nicht zwingend ans andere Ende der Welt», meint David Specht. Es brauche lediglich die Bereitschaft, alles aufzugeben.

Familie Specht

Der Glaube an Jesus Christus ist eine sehr wichtige Stütze für David und Jeannine Specht: «Manchmal sind uns die Heimkinder sehr dankbar. Es gibt aber auch Situationen, in denen nichts von ihnen zurückkommt. Hier ist es wichtig, dass wir darauf vorbereitet sind. Unser Glaube hilft uns, den Dank von Gott zu erhalten.»

«Wir fühlen uns beschenkt!»

Das tägliche Motto von David und Jeannine Specht ist es, den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Dabei haben sie die Erfahrung gemacht, dass dieses Prinzip kein Opfer, sondern ein riesen Gewinn ist.

Von den Filipinos können sie eine Menge lernen. Besonders deren Freundlichkeit und Spontaneität seien beneidenswert. Sie würden extrem im Jetzt leben. Eines ist sich Familie Specht deshalb sicher: «So wie wir hier leben, ist es kein Opfer, wir fühlen uns vielmehr beschenkt.»

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